Pierogi Polskie

So, manchmal lässt sich meine polnische Herkunft einfach nicht leugnen. Meistens bei Sprichwörtern, die ich verdrehe. Manchmal auch wenn ich wütend bin und anfange mit den ganzen „Kurwas“ & „Kurdes“ um mich zu schmeissen. Aber meistens dann doch eher beim Essen…dazu gleich mehr.

Vorher eine kleine Anekdote:
Diese Woche hatte ich doch tatsächlich in Berlin das Glück, dass sich jemand über meine polnischen Wurzeln gefreut hat, sogar so sehr, dass direkt für mich gesungen wurde!! Glaubste nich? Wirklich jetzt!!!!

Dienstag Morgen 8:00h. Im Radio spielen Sie gerade Smoke on the Water und ich steh vorm Waschbecken und sehe auch alles wie durch Rauch. Mein Gesicht ist so zugequollen vom Schlaf, dass man beim besten willen meine Augenfarbe nicht bestimmen könnte. Arghhh…das wird kein guter Tag!
Das Lied ist zu Ende und T-Bone erklärt, dass internationaler Tag der Sprachen sei. Und sie immer noch Leute suchen, die anrufen und die Crew in ihrer Landessprache begrüssen. Und plötzlich bin ich wach…warum? Sicherlich nicht um tiefgründige, morgentliche, polnische Gespräche um 8:00h im Radio zu führen. Allerdings ist das meine Chance fürs Wochenende an Gästelistenplätze im Magnet zu kommen und sich wie ein VIP zu fühlen (jajaaa….und 5 EUR Eintritt zu sparen, weil ich ein Geizhals bin). Da spricht man doch auch mal freiwillig ein paar Sätze Polnisch im Radio wenn man schon so nett gebeten wird, oder?
Also, *telefonzück-nummerwehl“ und zack. „Nach dem nächsten Song bist du OnAIr“…Green Day mit Longview…warten warten warten…und mitten im Lied spielen sie ein anderes Lied ein, das hörte sich so an als ob zwei tonspuren übereinander liefen..hm…komisch..ich glaube das war Bruce Springsteen mit Mony Mony, ein COversong eines alten Rock Classicers aus den 60ern. Egal.
Lied zu Ende und T-Bone moderiert mich quasi an, nochmal mit der Geschichte zum Sprachentag blablabla: „Aber bevor wir unsere nächste Anruferin anhören: Moni, das ist für dich!“ Und live und richtig geil fangen T-Bone auf der Gitarre und Martin Kesici und Bianca zu singen an und zwar den Refrain dieses Liedes – man achte bitte was die da singen:

Oh mann…SO WILL MAN EINEN TAG BEGINNEN!!!! Ich war so platt, daß ich ganz vergessen hab was ich eigentlich sagen wollte und mich voll verhaspelt hab. Aber das war gar nicht mehr wichtig und peinlich schon gar nicht (rede ich mir immer noch erfolgreich ein!). Alle waren begeistert und der Gästelistenplatz war natürlich auch noch drin!

Ich habe Mittags immer noch gegrinst!

Zurück zum Essen. Die Polen essen Deftig! Und eine der besten Erfindungen, die die Polen gemacht haben, sind meiner Meinung nach Pierogi (dt.:Piroggen), wunderbare Maultaschen mit allerlei Füllungsmöglichkeiten.
Letztes Jahr gab es anlässlich meines Geburtstags einen Bayerischen Abend, mit Oktoberfest-Bier, Brezeln, Obazda und Hähnchen.
Dieses Jahr hab ich zum polnischen Abend geladen mit Pierogi, und zwar Pierogi mit Rindfleischfüllung, mit Pilzfüllung und zum Nachtisch Pierogi mit Blaubeerfüllung und Vanillesauce. Eigentlich ist alles relativ einfach gemacht, sobald man die Füllungen fertig hat, die dauern ein bisschen.

Pierogi

Für den Teig:
Was die Menge angeht, kann ich nur sagen, dass die Portion Teig hier ca für 3 Personen reicht. Ich hatte an meinem Geburtstag das dreifache für 9 Personen gemacht und es hat gerade so gereicht.

  • 500g Mehl
  • 1 Ei
  • heisses Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Butter oder Öl

Mehl in eine Schüssel geben und das Ei, das Salz und das Öl hinzugeben. Mit den Händen anfangen alles zu verkneten und immer wieder etwas heisses Wasser hinzugeben. Der teig darf am Ende nicht spröde sein, er darf aber auch nicht an der Schüssel oder den Händen kleben. Wenn er zu klebrig geworden ist, einfach noch ein bisschen Mehl hinzutun. Gleiches natürlich in der anderen Richtung mit Wasser.

Füllung:

Pilzfüllung:

  • Mischpilze (Frisch, getrocknet oder TK – aus dem Glas sind sie nciht so toll, aroma ist irgendwie nicht so meins)
  • 2 Zwiebeln
  • Salz/Pfeffer

Wenn Getrocknet, dann 1h vorher in eine Schüssel mit kaltem Wasser einweichen lassen. Danach die Pilze ausdrücken und fein hacken. (Aus dem Pilzwassser vom Einweichen kann man auch wunderbar eine Pilzsuppe zubereiten, wer mag – allerdings ganz vorsichtig, nicht mit Schwung das Pilzwasser aus der Schüssel kippen, da sich auf dem Grund der ganze Sand und vllt. noch etwas Schmutz von den Pilzen gesammelt hat. Den braucht man nicht für die Suppe).
TK-Pilze natürlich früh genug auftauen lassen und dann auch klein hacken.
Und auch die frischen Pilze – sollte natürlich immer die erste Wahl sein – klein hacken.

Die Zwiebeln in kleine Würfel schneiden.
Die Pilze in einer großen beschichteten Pfanne heiss anbraten, dann die Hitze runterdrehen und die Zwiebeln dazugeben und weiter braten. Nicht erschrecken, die Pilze verlieren sehr an Volumen, da ihnen die ganze Feuchtigkeit entzogen wird.
Mit Pfeffer und Salz ordentlich würzen.

Fleischfüllung:
Ich hab sie schon mal mit Geflügel und jetzt auch einmal mit Rindfleischfüllung gemacht. Für meinen Geschmack ist die Rindfleischfüllung besser, da sie im ganzen kräftiger ist. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Für die Fleischfüllungen benötigt man einen Fleischwolf – und ich weiß das, weil meiner nämlich beim letzten mal kaputt gegangen ist und mir dabei sehr viele „Kurwa“s und „Scheiße“s entwischt sind!)

Rindfleischfüllung:

  • 500g Rindergulasch
  • Wasser
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 Zwiebeln
  • Etwas Rinderbrühe (instant)
  • Salz und Pfeffer
  • 1 altes Brötchen oder wahlweise auch etwas Paniermehl oder Semmelbrösel (ca 50-100g)

Das Gulasch in einem Schmortopf scharf anbraten und rausnehmen. Zwiebeln in kleine Würfel schneiden und im gleichen Topf glasig braten. Das Gulasch mit Bratensaft wieder zurück in den Topf geben, etwas Wasser eingießen (ca 100 ml) 1-2 TL Brühe einrühren und die Lorbeerblätter hineingeben. Deckel drauf und schmoren lassen. Ich hab alle 15 min mal geguckt ob noch Wasser drin ist. Wenns knapp wird, einfach wieder ein bisschen nachgießen – immer soviel, dass der Boden deutlich bedeckt ist. So lange schmoren bis das Fleisch gar ist. Abkühlen lassen.
Nun kommt der anstrengende Teil: Fleischwolf aufstellen und das Fleisch, inkl Zwiebeln und Brötchen durch den Fleischwolf drehen.
Fertig.

Geflügelfüllung:

  • 4 Hähnchenschenkel
  • Suppengrün
  • etwas Geflügelbrühe
  • Salz und Pfeffer
  • 1 altes Brötchen oder wahlweise auch etwas Paniermehl oder Semmelbrösel (ca 50-100g)

Die Hähnchenschenkel in einem großen Suppentopf mit Wasser bedecken und aufkochen lassen. Währenddessen das Suppengrün kleinschneiden und dazugeben. 2-3 TL Brühe hinzugeben und das Ganze ca 3/4 Stunde auf kleiner Flamme köcheln lassen.
Danach die Schenkel rausnehmen und abkühlen lassen. (by the way: nun habt ihr auch direkt noch als Abfallprodukt eine lecker Vorspeise gemacht – Hühnersuppe. Noch Suppennudeln dazu und fertig).
Die abgekühlten Schenkel nun von Haut und Knochen befreien und zusammen mit etwas Paniermehl durch den Fleischwolf drehen. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Fertig.

Wenn man die Füllungen fertig bereitstehen hat kommt man zum Endspurt. Aber täuscht euch nicht. Dieser Endspurt zieht sich ziemlich.

Nun den Teig dünn ausrollen und mit einem Glas Kreise ausstechen. Danach mit einem Teelöffel die Füllung in der Mitte positionieren, mit ein bisschen Wasser den Teigrand anfeuchten und ordentlich zukleben. Dabei darauf achten, dass nirgends ein Loch übrig bleibt, sonst gehen sie beim kochen wieder auf und die Füllung verteilt sich im Kochwasser.

Für die süße Variante einfach immer ein paar Blaubeeren in die Mitte setzen.

In einem großen Kochtopf gesalzenes Wasser zum kochen bringen. Pierogi nach und nach hineintun – nicht zu viele, sie sollten sich nicht stapeln. Wenn die Pierogi oben schwimmen dann noch 2-3 min. weiterkochen und dann rausnehmen.

Ich gebe bei den deftigen Pierogi gerne noch etwas Butter und ausgelassene Speck- oder Schinkenwürfel drüber.
Bei den Süßen mit Blaubeeren dann natürlich Vanillesauce.

Smacznego!!!

2 comments on Pierogi Polskie

  1. Marylin
    28. September 2012 at 15:34 (6 Jahren ago)

    Hmmm, die waren seeeeehhhhrrrr legga……

    Antworten
  2. Marylin
    28. September 2012 at 15:36 (6 Jahren ago)

    Do boju Polska!

    Antworten

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